Förderverein Streuobstwiesen
 an Murg und Oos e.V.

Unsere Kulturlandschaft   im Südwesten

Streuobstwiesen prägen seit langer Zeit das Landschaftsbild   in unserer Region 

So verbinden wir mit dem Streuobstbau Gedanken an den Naturschutz und wertvolle, extensiv genutzte Lebensräume. Ihre Entstehung reicht in eine Zeit zurück, in der sie mit dem Ziel etabliert wurden, das Land intensiver  zu nutzen. Man schaffte ein doppeltes Anbausystem: unten Gras oder Acker, oben der Baum.

 Angefangen hat alles mit den Römern...

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Biotope überlagern sich

Blick über Gaggenauer Streuobstwiesen in Richtung Baden-Baden                                                                                       Foto: privat

 

Streuobstwiesen stellen ein einzigartiges Biotop mit über 5000 Tier- und Pflanzenarten dar

Viele Tiere, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen, finden auf unseren Streuobstwiesen ein Zuhause.  Vor allem Vögel, Käfer, Schmetterlinge und Kleinsäuger profitieren von dem reichhaltigen Angebot an Höhlen, Blüten und herabfallenden Früchten. 

Alte Obstbäume spielen dabei eine besondere Rolle: sie bilden wunderbare Lebensräume für den Steinkauz, Sieben- und Gartenschläfer, Grünspecht, Wendehals und Neuntöter. 

Mit der Kombination aus freistehenden Bäumen und Grünland überlagern sich zwei Biotope - Streuobstwiesen  sind ein besonders wertvoller Lebensraum mit einer hohen Artenvielfalt.

Streuobstwiesen heute

Seit den 1960er Jahren ist fast die Hälfte der Streuobstbäume in Baden-Württemberg   verschwunden. 

Laut der Streuobsterhebung  der Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg von 2009 wurden fast 80 Prozent der Streuobstbäume in Baden-Württemberg nicht oder unregelmäßig geschnitten. Schnitt und Pflege sind aber die Voraussetzung für langlebige und gesunde Bäume.

Wie können wir dazu beitragen, dass Besitzer von Streuobstwiesen ihre Bäume gerne wieder schneiden und pflegen, die Wiesen mähen, das Obst ernten und zur Kelterei transportieren? 

Geht das überhaupt bei dem Preis, den die Keltereien in unserer globalisierten Welt für das Mostobst bezahlen (können)?  Steht da  die Arbeit der Grundstücksbesitzer bzw. -pächter noch in Relation zum Ertrag?

Es soll sich wieder lohnen, 
sich nach dem Obst zu bücken 

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen gesunde, regional und ökologisch erzeugte Lebensmittel und sind bereit, dafür einen kleinen Aufpreis zu bezahlen. So haben sich in Baden-Württemberg in den letzten Jahren über 50 Vereine gegründet, die das  Streuobst ihrer Mitglieder selbst keltern lassen und naturreinen Apfelsaft aus ihrer Region anbieten. 

Der Förderverein Streuobstwiesen an Murg und Oos e.V. SOMO organisiert das Keltern von Streuobst und die Vermarktung des Saftes in unserer Region nach diesem Vorbild.

So können wir  unseren Vereinsmitgliedern nach dem sogenannten Aufpreismodell* einen fairen Preis für ihr angeliefertes Obst bieten.

Regional und bio: Unsere Vereinsmitglieder verpflichten sich im Gegenzug, ihre Streuobstwiesen nach vertraglich festgeleg-ten Kriterien ökologisch zu bewirtschaften. 

Unterstützung unserer Mitglieder

Wir bieten jenseits der Aufpreisvermarktung unseren Mitgliedern mit unserem monatlich stattfindenden Stammtisch die Möglichkeit eines fachlichen Austauschs. In Vorträgen von Experten  über Themen rund um den Streuobstanbau erweitern wir gezielt unser Wissen, beispielsweise über Möglichkeiten der Gesunderhaltung und Nährstoffversorgung unserer Bäume.

Wir lernen derzeit auch Bäume selbst zu veredeln, um regionale Baumsorten zu erhalten, die sich teilweise nicht mehr im Angebot unserer Baumschulen befinden. Dabei begleitet uns ein erfahrener Pomologe: vom richtigen Schnitt und der Lagerung der Triebe im Winter, über die Auswahl und Pflege der Veredelungsunterlagen bis hin zur fachgemäßen Veredelung im Frühling und der Erziehung der jungen Bäume im Lauf der nächsten eineinhalb Jahre.

Wir müssen uns dem Klimawandel stellen: Trockenperioden in heißen Sommern versetzen unsere Bäume in "Trockenstress" - geschwächte Bäume sind anfällig für verschiedene Baumkrankheiten und Schädlingsbefall.  Welche Sorten auf welchen Unterlagen kommen an welchen Standorten am besten mit dem Klimawandel zurecht? Welche Möglichkeiten der Bewässerung sind günstig und am besten zu realisieren?

Bei unserem Stammtisch ist der direkte Austausch  mit Mitgliedern des Pomologenvereins mit ihrer großen fachlichen Kompetenz für uns immer wieder von unschätzbarem Wert.

Baden-Baden: Blick auf den Merkur über die Streuobstwiesen auf der Friedrichshöhe                                                 Foto: privat

Wir wollen dazu beitragen, die Liebe zur Natur wieder vermehrt mit unseren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu verbinden.